Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern

Chapter 254: Wie die Situation nach dem Meteoritenschauer wurde

Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern

Chapter 254: Wie die Situation nach dem Meteoritenschauer wurde

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Chapter 254: Wie die Situation nach dem Meteoritenschauer wurde

Sie wartete nicht.

"Ihr seid hier mit einer festgelegten Anzahl von Punkten eingetreten."

Ihr Tonfall änderte sich nicht. Keine Drohung. Keine Warnung. Nur eine Tatsachenfeststellung.

"Das ist alles, was ihr von der Universität als neue Studenten bekommt."

Es folgte eine Pause, lang genug, damit die Bedeutung ankam.

"Danach müsst ihr euch mehr verdienen."

Niemand gab einen Laut von sich. Aber etwas in der Luft veränderte sich. Etwas in der Art, wie die Studenten saßen, wie ihre Schultern sich senkten, wie ihre Rücken sich strafften.

Sie hörten jetzt zu, nicht aus Höflichkeit, sondern aus Klarheit.

"Einige von euch werden aufsteigen," fuhr die Dekanin fort, "manche werden innerhalb von Tagen fallen. Andere werden knapp über dem Boden schweben und sich fragen, warum der Aufstieg gestoppt hat."

Ihre Stimme war gleichmäßig. Fast beiläufig.

"Diejenigen, die durchhalten... sie gewinnen nicht, weil sie die Talentiertesten sind."

Sie machte ein paar Schritte nach vorne, zurück zur Mitte der Plattform.

"Sie gewinnen, weil sie sich anpassen."

Die Stille, die folgte, war nicht leer. Sie war schwer. Scharf.

"Sie leiden richtig."

Sie ließ das nur eine Sekunde länger hängen als die anderen.

Dann hörte sie auf, sich zu bewegen.

Wieder genau in der Mitte der Plattform.

Sie blinzelte nicht.

"Macht war kein Geschenk."

Ihre Worte schnitten direkt durch die Luft.

"Sie war eine Schuld."

Sie war nicht wütend. Sie versuchte nicht, jemanden zu beeindrucken. Es war einfach die Wahrheit. Und jeder wusste es.

"Und hier," sagte sie, leise aber bestimmt, "werdet ihr lernen, wie man sie bezahlt."

Die Halle der Präsenz klatschte nicht.

Das tat sie nie.

Aber etwas veränderte sich in diesem Raum – nicht das Licht, nicht der Klang. Nur die Art, wie alle saßen.

Die Art, wie sie atmeten. Die Rede war nicht lang. Sie musste es nicht sein. Es ging nicht darum, mit Geschichte zu prahlen oder sie herzlich willkommen zu heißen. Es war eine Botschaft – ein Reset.

Dann dimmt das Licht über ihnen – nicht auf einmal und nicht dramatisch. Es war subtil, als würde die Halle ausatmen.

Ein tiefes Summen begann von den oberen Bögen – ein sanfter Ton, stetig. Über ihnen schimmerte die Kuppeldecke.

Und dann geschah es.

Der Boden blieb stabil, aber darüber verdrehte sich die Luft leicht. Nicht wie ein Bildschirm, der eingeschaltet wird. Auch kein Hologramm. Die Kuppel zeigte nichts an.

Sie wurde zu etwas.

Der Raum erweiterte sich visuell – Raum öffnete sich, und die Decke schälte sich in eine Simulation. Vollständig. Immersiv. Die Art von Ding, die man nicht vergisst, wenn man sie einmal gesehen hat.

Niemand kündigte es an.

Niemand erklärte es.

Es begann einfach.

Der Fall.

Keine Einführung. Kein Erzähler. Nur rohe Bilder.

Städte flackerten und verdunkelten sich, eine nach der anderen. Nicht durch Bomben. Nicht durch direkte Treffer. Nur... Abschaltung.

Straßenlaternen fallen der Reihe nach aus. Hochhäuser verdunkeln sich, als würde ihnen der Atem aus dem Kern gezogen. Menschen bewegten sich darunter – unsicher, verwirrt und dann ängstlich.

Dann die Wälder.

Verdreht.

Echt, ja – aber nicht richtig. Blätter, die sich bewegten, wenn nichts sie berührte. Wurzeln brachen wie Bohrer durch den Asphalt.

Rinde faltete sich in langsamen, pulsierenden Bewegungen. Einige Bäume bekamen Augen. Andere machten Geräusche, wie Flüstern in Sprachen, die niemand zuvor gesprochen hatte.

Studenten lehnten sich nach vorne.

Andere starrten nur.

Dann kamen die Ozeane.

Das Wasser krachte nicht. Es drehte sich, kräuselte sich nach außen in seltsamen Formen. Etwas Gewaltiges regte sich darunter, aber die Simulation beschriftete es nicht.

Ließ es nur lauern. Wellen rollten langsam in Städte, nicht schnell, wie Hände, die über eine Karte streichen und Küstenlinien auslöschen. Brücken bogen sich, rosteten und fielen.

Dann Feuer.

Dann Stille.

Dann Bestien.

Nicht wie die aus Lehrbüchern. Nicht kategorisiert und nicht eingedämmt. Einige hatten Flügel, die die Sonne verdunkelten.

Andere hatten keine Gesichter – nur Hunger und Bewegung. Einige ähnelten Menschen – bis sie sich bewegten.

Und dann verschwamm alles.

Menschen schrien. Einige kämpften. Andere bekamen nicht die Chance.

Städte stürzten ein.

Die Verbotenen Zonen begannen zu wachsen.

Nicht schnell. Nicht auf einmal. Nur eine stetige Ausbreitung – kriechend, Regionen verschlingend, Überlebende nach innen drängend.

Militärschläge versuchten, die Linien zu halten. Sie hatten keinen Erfolg. Bomben fielen. Einheiten verschwanden. Stille folgte. Immer und immer wieder.

Aber die Simulation handelte nicht nur vom Tod.

Sie zeigte, was danach kam.

Bunker. Versteckte Gewölbe. Zerbrochene Netzwerke versuchen, sich wieder zu verbinden. Kinder, die unterirdisch geboren wurden. Familien, die alles verloren hatten, zogen Karren mit geborgener Technik durch den Schnee.

Dann die Regeln – brutal, aber klar.

Stiehl nicht aus einem anderen Unterschlupf.

Verstecke keine Symptome.

Geh nach Sonnenuntergang nicht nach draußen, es sei denn, du hast deinen Frieden mit dem Sterben gemacht.

Das waren keine Gesetze. Es waren Überlebensinstinkte, weitergegeben von den wenigen, die es geschafft hatten.

Dann kam das Gildengesetz. Vereinbarungen zwischen Überresten von Regierungen und der aufsteigenden Kraft mächtiger Individuen.

Die Welt belohnte nicht mehr politische Stärke. Sie verbeugte sich vor Macht – roh, brutal und persönlich.

Dann kamen die ersten Megastrukturen.

Keine Städte.

Universitäten.

Drei von ihnen.

Gebaut mit allem, was der Menschheit noch geblieben war. Verstärkt mit Technik, die niemand wieder aufbauen konnte. Gefüllt mit Sensoren, Barrieren, arkanen Schichten und psionischem Stahl.

Eine wurde aus der südlichen Polkappe geschnitzt. Eine hing über dem zerbrochenen Satellitengürtel. Eine war im Rückgrat eines Berges vergraben.

Astralis war die letzte.

Es war kein Leuchtfeuer der Hoffnung.

Es war nicht sauber. Es hieß die Menschen nicht mit offenen Armen willkommen.

Es war ein Filter.

Gebaut, um Überlebende von Nachzüglern zu trennen.

Seine Tore blieben offen, aber nichts jenseits der Mauern war garantiert.

Die Simulation verblasste.

Die Gegenwart kehrte zurück.

Die Städte außerhalb von Astralis flackerten ins Blickfeld. Von Studenten regiert. Von Studenten überwacht. Von Studenten erhalten. Keine Städte.

Keine Wohnheime. Sondern Zonen – jede mit eigenen Märkten, eigenen Verteidigungsteams und eigenen Regeln.

Und gleich hinter der sichtbaren Grenze pulsierten die Verbotenen Zonen noch immer.

Die Halle blieb still.

Die Simulation endete nicht.

Noch nicht.

Über ihnen veränderte sich der Himmel wieder.

Jetzt zeigte er Menschen.

Nicht die Anführer. Nicht die Helden. Nur Überlebende.

Ein Mann, der seine verletzte Schwester über zerbrochenes Glas zog, den Arm in zerrissenen Stoff gewickelt, schwach leuchtend mit Mutationsnarben.

Eine Mutter, die stumm durch eine versiegelte Glaswand schrie, während der Aufzug ihre Kinder nach oben trug – aber nicht sie.

Eine Gruppe junger Teenager, die Gewehre hielten, die zu groß für ihre Körper waren, ihre Augen weit geöffnet, nicht mehr vor Angst, sondern vor etwas Kälterem. Akzeptanz.

Dann kehrten die Städte zurück.

Aber nicht wie sie vorher waren.

Ummauert. Unterteilt. Kompromittiert.

Handelsrouten bewacht von Eskorten mit Kräften. Drohnen patrouillierten von oben – nicht gegen Verbrechen, sondern gegen Wildtiere, die aufgehört hatten, berechenbar zu sein.

Straßen, wo eine Seite sauberes Licht hatte und die andere Seite überhaupt keines.

Und durch all das –

Symbole.

Insignien.

Gildenzeichen in Wände geritzt, auf Kisten gekritzelt, in Jacken eingenäht.

Nicht die Regierung.

Nicht Militär.

Nur organisiertes Überleben.

Ein Blitz einer Ecke der Welt zeigte eine schwebende Insel – die sich kaum in der Luft hielt – Heimat einer Schule, die auf einem alten Flugzeugträger gebaut wurde.

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