Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern

Chapter 255: Wie die Situation nach dem Meteoritenschauer wurde 2

Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern

Chapter 255: Wie die Situation nach dem Meteoritenschauer wurde 2

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Chapter 255: Wie die Situation nach dem Meteoritenschauer wurde 2

Eine Schule, die über zerbrochenen Wolken schwebt.

Ein Schienennetz, das sich durch das ausgehöhlte Rückgrat eines Berges schlängelt, längst von Bergleuten verlassen und übernommen von Ingenieuren, die sich nicht mehr um Erz kümmerten, sondern nur um Geschwindigkeit und Sicherheit.

Ein Konvoi motorisierter Karawanen, der versengte Erde durchschneidet, der Boden unter ihren Rädern rissig.

Jeder Lastwagen trug eine handgemalte Flagge – nicht die einer Nation, sondern die eines Clans. Keine Grenzen. Keine Regierungen. Nur Namen. Namen, die überlebt hatten, als nichts anderes übrig blieb.

Die Simulation verlangsamte nicht. Blinzelte nicht.

Sie war nicht hier, um jemanden zu beeindrucken.

Sie zeigte einfach.

Stück für Stück.

Was geschah nach dem Fall?

Diesmal bewegte sie sich weg von der Verwüstung. Nicht in Richtung Hoffnung, sondern in Richtung Stille. Zu den Orten, die ein wenig länger überlebten, weil sie vergessen wurden.

Hügel, ruhige Städtchen und Feldwege sind noch nicht überrannt.

Menschen versuchten so zu tun, als wäre die Welt nicht untergegangen.

Sie versammelten sich zu Mahlzeiten. Hielten Hochzeiten unter halb eingestürzten Kirchen ab. Markierten Gräber mit kleinen Holzkreuzen und flüsterten Kindern Geschichten zu, als wären die Monster zur Schlafenszeit noch immer nur erfunden.

Aber selbst dann hörten sie zu.

Immer lauschend.

Auf den falschen Wind, auf den falschen Vogelgesang, auf die falsche Stille zwischen Herzschlägen.

Manche hielten Monate durch.

Andere verschwanden innerhalb von Tagen.

Die Simulation dramatisierte ihr Ende nicht.

Sie... löschte sie einfach aus.

Ein leeres Zuhause. Ein verkohltes Abendessen stand noch auf einem Holztisch. Spielzeug lag im Staub neben einer Tür, die nicht mehr verschlossen war.

Ganze Gebäude halb gepackt, als hätten die Besitzer versucht zu gehen, aber nie fertig geworden.

Dann kamen die Bestien.

Nicht stürmend. Nicht angreifend.

Einfach gehend.

Sich bewegend, als gehörten sie hierher – denn das taten sie jetzt.

Einige zogen in Herden umher. Andere pirschten allein, ihre Schatten zogen über Städte, die einst hoch aufragten.

Einige flogen in langsamen Bögen über den Himmel und hinterließen eine so schwere Stille, dass selbst der Wind aufhörte.

Es wurden keine Namen genannt.

Keine waren nötig.

Jeder, der zusah, wusste, was sie waren.

Keine Tiere.

Keine Abscheulichkeiten.

Einfach... die neue dominante Spezies.

Die Menschheit stand nicht mehr an der Spitze.

Und es war nicht einmal knapp.

Aber die Menschen kämpften trotzdem.

Dieser Teil kam als nächstes.

Kleine Gruppen. Improvisierte Teams. Kämpfer mit zusammengesuchter Ausrüstung. Jacken, die von alten Uniformen abgerissen wurden, Atemschutzmasken mit Stoff geflickt.

Rote Augen von zu wenig Schlaf. Zitternde Hände, die dennoch nach ihren Waffen griffen, wenn es Zeit war.

Manchmal gewannen sie.

Öfter nicht.

Ein Sanitäter, der im Schnee weint und einen blutigen Schal hält, der eindeutig jemandem gehörte, der ihm nahestand.

Ein Überlebender, der sich hinter einen Türrahmen duckt, bei einem Knarren zusammenzuckt, nur um keinen Feind zu finden, nur die Erinnerung an einen.

Sie waren nicht mutig.

Sie waren einfach müde.

Aber nicht alle Gefahren kamen von außen.

Manche kamen verändert zurück.

Ein Mann stand am Eingang eines Bunkers. Das Schild lautete "Nur Familien".

Sie wiesen ihn ab.

Er kehrte Tage später zurück, aber etwas hatte begonnen, in seinen Adern zu wachsen.

Ein weiterer Moment erstarrte – eine Frau, die in einem überfüllten Unterschlupf schreit. Ihre Augen zuckten seitwärts, dann nach oben, sich in einer Weise drehend, wie kein menschliches Auge sich bewegen sollte.

Andere waren überhaupt nicht infiziert.

Nur gebrochen.

Zu viele Nächte ohne Wärme. Zu viele Grenzen überschritten. Entscheidungen, die sie nicht rückgängig machen konnten.

Dann kam der große Rückzug.

Kontinente leuchteten wie verwundete Schaltkreise – flackernd. Nicht brennend, nicht glühend, nur... instabil.

Gebiete, die weder Bestien noch Menschen gehörten.

Nur wartend.

Wartend darauf, dass etwas anderes Wurzeln schlägt.

Aber in diesen stillen Orten gab es Anzeichen von Gegenwehr.

Unterirdische Städte ziehen Wärme aus alten geothermischen Kernen. Baumhäuser, gebaut in den Skeletten massiver gefallener Bestien – ihr anhaltender Geruch schreckt andere Monster ab.

Höhlen, umgewandelt in autarke Gärten, leuchtende Moose gedeihen im Dunkeln und ernähren jene, die zu stur zum Sterben sind.

Es war kein Krieg.

Es war eine Verweigerung.

Sie gewannen nicht.

Aber sie waren nicht verschwunden.

Und das war wichtig.

Dann, ein Kind.

Die Simulation verweilte bei ihm.

Barfuß. Einen zerbrochenen Handschuh tragend, nicht wie eine Waffe, sondern wie ein Spielzeug.

Keine Monster. Keine Gebäude. Nur das Kind, das eine zerbrochene Straße entlanggeht, mit nichts als einem roten Himmel hinter ihm.

Dann flackerte etwas hinter ihm.

Eine Gestalt.

Sie griff nicht an.

Sie beobachtete.

Dann drehte sie sich um.

Und ging.

Die Simulation kommentierte nicht.

Sie ging einfach weiter.

Zurück zum Überleben.

Jemand bewacht einen Wagen mit Vorräten mit einem Metallrohr.

Eine Frau warf sich gegen eine anstürmende Bestie, damit drei andere fliehen konnten.

Ein Kind blockiert eine Tür mit seinem ganzen Körper.

Das waren keine Soldaten.

Es waren Menschen, die rechneten.

Wenn ich standhalte.

Wenn ich falle.

Wenn sie es schaffen.

Dann kam die Verzerrung.

Nicht wegen eines Maschinenfehlers, sondern weil die Erinnerungen zu viel waren.

Ein Gebäude, das ohne Explosion einstürzt. Ein Mädchen, das rückwärts geht und Zahlen flüstert, die in keiner bekannten Sprache existieren.

Ein Mann, der sich durch Stein gräbt, nicht um zu entkommen – sondern um jemanden zu erreichen, der bereits fort ist.

Die Welt verschwamm.

Dann wurde es still.

Schnee fällt in einem ruhigen Viertel.

Keine Monster.

Keine Überlebenden.

Nur eine Vorstadtsiedlung, ausgehöhlt von der Zeit.

Dann kam die Veränderung.

Macht kam nicht aus der Wissenschaft.

Sie wurde nicht vererbt.

Sie... erschien einfach.

Ein Schrei – und der Arm eines Mannes verbrannte zu Asche, wuchs dann als schwarzes Metall nach.

Ein Weinen – und jeder Schatten im Raum sammelte sich schützend um ein Kind.

Ein Lachen – und Blumen blühten auf, verwelkten dann über einen ganzen Block in Sekunden.

Es war unberechenbar.

Es war gefährlich.

Und es veränderte wieder alles.

Unterkünfte verbannten Individuen mit Kräften.

Einige jagten sie.

Andere legten ihnen Halsbänder an.

Aber einige –

Eine seltene Minderheit sah etwas anderes.

Sie sahen Potenzial.

Und sie handelten.

Sie sammelten die Macht, trainierten sie, gaben ihnen Namen, nicht nur Identitäten, Positionen.

Rollen, Autorität, nicht durch Abstammung oder Abzeichen gestützt, sondern durch Stärke.

Gilden entstanden.

Verträge wurden geschlossen.

Städte zahlten Schutzgebühren an Teams von fünf.

Keine Regierungen.

Gruppen.

Und zum ersten Mal seit Jahren kehrte Struktur zurück.

Grob. Primitiv. Aber real.

Ein Mann erschuf ein Kraftfeld, ohne zu wissen wie.

Eine blind geborene Frau sah auf eine Weise, die niemand erklären konnte.

Ein Kind fiel in einen Krater. Kam zurück und sprach in Koordinaten. Keine Erinnerungen. Nur glühende Augen.

Macht kam ungleichmäßig.

Schmerzhaft.

Sie kam mit einem Preis.

Halluzinationen, Hunger, Stimmen.

Die Starken wurden seltsamer.

Die Begabten begannen, sich von dem zu entfernen, was sie einst waren.

Die Gesellschaft versuchte sich anzupassen.

Versuchte zu regulieren.

Aber scheiterte.

Denn man kann nicht kontrollieren, was man nicht versteht.

Dann veränderte sich etwas.

Wieder.

Kein Wunder.

Nur Ordnung.

Die erste richtige Akademie.

Dann eine weitere.

Dann noch eine.

Gebaut nicht um die Menschheit zu retten.

Sondern um sie zu sortieren.

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