Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern-Chapter 352: Tag Theta-12.... Drei Ziele bestätigt

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Chapter 352: Tag Theta-12.... Drei Ziele bestätigt

Der Riss in der Wand machte kein Geräusch, als er sich öffnete – er erschien einfach. Ein langsames Schimmern, das die Oberfläche des Steins auseinanderzog, als wäre er nie wirklich fest gewesen.

Und aus dieser stillen Öffnung trat etwas hervor.

Es sah aus wie ein Mann, wenn man die Augen zusammenkniff. Aber auch nur gerade so.

Keine Robe. Keine Maske. Kein Versuch, sich zu verstecken oder zu schmücken. Nur Haut, die wie verkohlte Rinde aussah, rau und gerillt an manchen Stellen, glatt und poliert an anderen.

Es bewegte sich nicht wie Fleisch. Es bewegte sich wie etwas Geschnitztes – präzise, lautlos, ein wenig zu geschmeidig.

Symbole verliefen gerade seinen Rücken hinunter, nicht gemalt oder gezeichnet, sondern eingebrannt, wie Narben von etwas Altem und Sengendem, längst vergangen, aber nicht vergessen.

Eine der verschleierten Gestalten trat einen Schritt zurück, mehr aus Instinkt als aus Furcht. Keine Unterwerfung, keine Anbetung.

Nur diese Art von Stille, die entsteht, wenn etwas Größeres als du den Raum betritt.

"Herr Veleth", sagte die Gestalt leise.

Kyra bewegte sich nicht. Ihr Körper blieb ruhig, aber ihre Brust verengte sich leicht. Nicht aus Panik – Panik kannte sie nicht – sondern durch den schweren Druck, der entsteht, wenn deine Instinkte etwas erkennen, das nicht hierher gehört.

Sie hatte Götter studiert. Alle Arten. Sie hatte göttliche Echos und verbotene Fragmente gesehen, sogar die verdrehten, halbtoten, die sich noch an die Erinnerung klammerten.

Aber das war nichts davon. Es war nicht vertraut. Es war nicht unbekannt.

Es war etwas völlig anderes.

Anders.

Lord Veleth sprach nicht sofort. Er ging ohne Eile zum Altar, als ob die Zeit ihn nicht beschwerte.

Seine Bewegungen waren leise und bedacht. Er griff ins Nichts und zog ein gefaltetes Pergament heraus, das mit goldenem Faden gebunden war.

Es trug keinen Namen, keine Symbole oder Verzierungen. Er legte es auf den Altar, als gehöre es dorthin, und sprach nur einen Satz, seine Stimme gleichmäßig und tief.

"Der Pakt ist vollzogen. Möge eure Seite standhalten."

Dann verschwand er.

Kein Geräusch. Keine Welle. Kein dramatisches Aufblitzen verschwindenden Lichts.

Einfach weg. Wie ein Atemzug, der nicht mehr gebraucht wurde.

Kyra atmete erst wieder, als die Wand schimmernd zuging und die Linien wieder zu stumpfem Stein verblassten. Sie spürte, wie die Spannung in ihrer Brust etwas nachließ, ließ es sich aber nicht anmerken.

Das war es. Das war die zweite Bestätigung. Ein Pakt. Nicht nur zwischen Menschen, nicht nur zwischen Kultzellen oder Bündnissen – sondern zwischen Pantheons. Zwischen verschiedenen göttlichen Ordnungen.

Diese Art von Vereinbarung geschah nicht über Nacht. Es brauchte Jahre. Vielleicht Jahrzehnte. Oder es brauchte etwas Schlimmeres. Etwas Verzweifeltes.

Sie hatte, wofür sie gekommen war.

Fast.

Sie war gerade dabei, ihr Austrittsprotokoll zu beginnen, als sich etwas im Raum veränderte. Nicht sichtbar.

Nicht einmal mit Geräuschen. Es war das Gefühl. Die Art, wie die Luft sich zu dehnen schien – dicker, langsamer.

Als hätte jemand ein durchnässtes Tuch über dem Raum ausgewrungen, und alle Luft wurde von seinem Gewicht erfasst.

Die Flamme auf dem Altar bog sich zur Seite.

Die führende verschleierte Gestalt hob ihre Arme und flüsterte etwas Leises, zu sanft, um selbst von Kyras verstärkten Sinnen erfasst zu werden.

Der Raum zitterte.

Dann erschien es.

Ein Auge.

Sanft über dem Altar schwebend. Vollkommen rund. Keine Farbe. Kein Licht. Kein Leuchten. Aber es war lebendig.

Nicht in einer atmenden, sich bewegenden Art – sondern in der Art, wie etwas dich beobachtet, bevor du überhaupt weißt, dass du gesehen wurdest. Es blinzelte nicht. Es drehte sich nicht.

Aber sie spürte es.

Kyra brauchte keine Erklärung. Ihre Instinkte traten in Kraft, bevor ihre Gedanken aufholten.

Es war keine Waffe. Es war kein göttliches Werkzeug. Es war keine passive Kamera.

Es war schlimmer.

Es war etwas, das die Beobachter beobachtete.

Die Art von Ding, das dich nicht direkt ansehen musste, um dich zu kennen. Es wusste einfach. Es schwebte, still und geduldig, und um es herum begannen die Gestalten im Raum zu arbeiten – nicht um es zu binden, nicht um es zu zerstören, sondern um es einzuhüllen.

Schicht für Schicht gossen sie lautlose Energie darüber. Keine Zauber. Keine Segnungen. Nur Schleier. Schützende, unterdrückende, maskierende Schleier. Sie sperrten es nicht ein.

Sie versteckten es.

Machten es unsichtbar für die Art von Wesen, die normalerweise alles sehen.

Die da oben.

Kyras Hand streifte den Zauberfaden, der in ihrem Ärmel verborgen war. Ihr Atem war gleichmäßig, aber flach. Sie wartete nicht. Sie konnte nicht.

Sie löste den Fluchtcharm aus.

Kein Blitz. Kein Wirbel von Energie. Nur ein leises Falten der Welt, als hätte der Raum geblinzelt und vergessen, dass sie je da gewesen war.

Als ihre Augen sich wieder öffneten, stand sie sieben Ebenen höher in einem rissigen, staubbedeckten Korridor, den seit Jahren niemand mehr betreten hatte. Die Wände waren still, die Luft abgestanden.

Ihre Hand ballte sich einmal an ihrer Seite, während sie sich bewegte.

Sie machte sich auf den Weg zu einem alten Lagerraum, der in den äußeren Ring des Heiligtums eingebettet war. Es war kalt und trocken, voller zerbrochener Kisten und vergessener Aufzeichnungen. Ein guter Ort zum Atmen.

Sie zog die äußere Schicht ihrer Robe aus, griff unter den Kragen ihres Unterhemdes und drückte ihre Finger auf das schwache Siegel, das direkt unter der Haut nahe ihrem Schlüsselbein gezeichnet war.

"Tag Theta-12", sagte sie leise. "Drei Ziele bestätigt."

Es gab einen schwachen Puls. Eine sanfte Antwort, die nur sie spüren konnte. Das Signal war empfangen worden. 𝗳𝚛𝗲𝕖𝕨𝕖𝗯𝚗𝚘𝕧𝕖𝗹.𝗰𝗼𝕞

Sie holte Luft.

Dann fügte sie eine weitere Zeile hinzu.

"Sie testen unsere Leine."

Keine Antwort kam.

Sie wartete auch nicht auf eine.

Sie zog die Robe wieder an, richtete ihre Ärmel und trat zurück in den Flur.

Sie rannte nicht.

Sie beeilte sich nicht.

Sie ging einfach – ruhig, leise, wie jeder Diener, der sich zwischen Räumen bewegt.

Die Art von Gang, an den sich niemand erinnert.

Stunden vergingen. Vielleicht mehr. Irgendwo weit entfernt von Heiligtümern, von bekanntem Götterraum, von planetaren Beobachtungslisten oder offiziellen Registrierungspunkten, trat eine einzelne Gestalt durch einen verhüllten Schleier.

Keine Ankündigung.

Keine Wachen.

Nur Bewegung.

Der Kurier war nicht wie ein Soldat gebaut. Nicht wie ein Priester verhüllt oder mit göttlichen Markierungen versehen. Er trug keine Symbole, sagte nichts und hielt nichts außer einem versiegelten schwarzen Koffer, den er sanft an seine Brust drückte.

Darin fünf Stränge.

Erinnerungsstränge.

Jeder sorgfältig aufgewickelt und mit Identitätsverschlüsselung gesichert, an eine einzige Person gebunden.

Er betrat das Crescent-Gewölbe ohne Aufhebens. Kein Scannen. Keine Überprüfung. Der Raum selbst erkannte ihn.

Er ging die Mitte der Kammer entlang und kniete vor der Hauptplattform nieder.

Lilith wartete bereits.