Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern-Chapter 334: Thalynae Silversong
Es war nicht laut.
Aber es musste auch nicht laut sein.
Die Stimme war ruhig, gleichmäßig und klar. Die Art von Stimme, die ihren Ton nicht erheben musste, weil sie es nicht nötig hatte.
"Ihr drei wurdet nicht nur wegen eurer Fähigkeiten oder Superkräfte ausgewählt," sagte sie.
Der Klang kam von irgendwo jenseits der Bäume – nicht zu weit entfernt, aber auch nicht nah. Er war dazu bestimmt, von dort gehört zu werden, wo sie standen, aber sie hatten noch nicht geantwortet.
"Ihr wurdet ausgewählt, weil ihr alle drei eine Verbindung zum Baum des Lebens in euch tragt."
Dieser Satz legte sich auf die Luft wie ein Tropfen in stillem Wasser.
Alle drei Mädchen hörten auf, sich zu bewegen.
Everlys Arme senkten sich langsam aus ihrer halb verschränkten Position. Nyssara machte einen leisen Schritt zurück, ihre Stirn leicht zusammengezogen.
Evelyn zuckte nicht zusammen, bewegte ihren Körper nicht, aber ihre Augen veränderten sich. Keine Panik – nur Berechnung. Sie scannte die Bäume, ohne ihren Kopf zu drehen.
Die Stimme erklang erneut. Immer noch sanft. Immer noch gefasst.
"Diese Verbindung ist sowohl ein Geschenk als auch ein Risiko. Aber sie ist auch euer Weg nach vorne. Mit mir hier werden wir dieses Risiko in etwas anderes verwandeln – in Stärke. In Macht. In Evolution."
Dann veränderte sich der Wald.
Nicht laut. Nicht mit brechenden Ästen oder raschelnden Blättern.
Gerade genug.
Zwischen zwei dicken Baumstämmen erschien eine Gestalt. Nicht plötzlich.
Nicht wie ein Sprung oder eine Enthüllung. Sie trat einfach hervor – als hätte sie die ganze Zeit dort gestanden, und der Wald hätte sie leise vor der Welt verborgen und sie gerade erst enthüllt.
Sie beeilte sich nicht, sie machte keine Show daraus, sie ging einfach.
Ihre Gewänder waren sanft silbern mit schwachen grünen Mustern an den Rändern, wie Morgenlicht, das Nebel berührt.
Der Stoff bewegte sich leicht, als würde er nichts wiegen, folgte dem Rhythmus ihrer Schritte. Ihre Schultern waren unbedeckt, und eine lange Schärpe kreuzte sich über ihrer Brust, an ihrer Taille auf eine Weise gebunden, die präzise, aber natürlich wirkte.
Als bräuchte sie keine Hilfe beim Ankleiden – als hätte sie das ihr ganzes Leben lang getragen.
Ihr Haar war silberweiß, lang und glatt, reichte weit über ihre Hüften hinaus. Es schimmerte nicht. Es funkelte nicht.
Es sah einfach sauber aus. Echt. Weich. Die Art von Haar, die mehr durch ihre Natürlichkeit aussagte als alles Gestylte oder Verzauberte.
Sie trug keinen Schmuck. Kein leuchtendes Wappen. Kein Zeichen von Autorität.
Nur ein bloßes Gesicht und violette Augen – tief, halb geschlossen, ruhig und scharf.
Sie ging die kurzen Stufen zum Pavillon hinauf, als hätte sie es schon hundert Mal zuvor getan. Ihre nackten Füße machten kein Geräusch, als sie das Holz berührten.
Als sie sich bewegte, verschoben sich die Blütenblätter im Garten leicht – nur die, die ihr am nächsten waren. Sie neigten sich zu ihr hin, als wären sie angezogen, aber nichts erblühte. Nichts flammte auf. Es war subtil. Kontrolliert.
Nyssara beobachtete sie, ohne zu blinzeln.
Evelyn neigte ihren Kopf, gerade genug, um die Haltung der Frau zu studieren.
Everly schluckte leise, sagte aber nichts.
Die Frau blieb nur wenige Schritte von ihnen entfernt stehen, ihre Arme ruhten locker an ihren Seiten.
"Ich bin Thalynae Silversong," sagte sie. "Ich bin nicht eure Lehrerin. Ich bin nicht hier, um euch Lektionen beizubringen, die ihr nächstes Jahr vergessen werdet, oder um euch durch Übungen zu führen, aus denen ihr herauswachsen werdet."
Sie schaute jeden von ihnen an, während sie sprach, ihr Ton fest, aber nicht harsch. "Ich bin hier, um das zu entfesseln, was bereits in euch steckt."
Keine der drei antwortete zunächst.
Evelyn nickte leicht mit dem Kopf zur Bestätigung.
Nyssaras Augen verließen Thalynaes keine Sekunde lang.
Everly stand aufrechter, nicht aus Verteidigung – mehr aus Konzentration.
Thalynae betrachtete sie eine nach der anderen. Nicht mit Misstrauen. Nicht um ihre Werte abzulesen. Sie sah sie – schaute mit ruhiger Aufmerksamkeit, als müsste sie sich nicht beeilen.
"Ich erwarte nicht, dass ihr mir vertraut," sagte sie. "Noch nicht. Aber ich erwarte Ehrlichkeit. Und im Moment sagen eure Körper mehr als eure Worte es je könnten."
Sie trat vor. Nur einen Schritt.
Der Garten reagierte diesmal nicht.
Aber die Luft um sie herum veränderte sich.
Nicht schwerer – aber dichter. Voller. Als hätte etwas Unsichtbares gerade beschlossen, aufmerksam zu werden.
"Ihr alle wurdet von etwas Altem berührt," sagte sie. "Das ist keine Redewendung. Ich meine es wörtlich.
In euch ist eine Energie, die nicht von eurem Training oder eurer Familie stammt. Sie kommt von der ältesten Kraft, die in dieser Welt noch existiert."
Sie hielt inne.
"Der Lebensbaum."
Evelyns Lippen öffneten sich leicht, aber Thalynae hob einen Finger.
"Ihr habt es bereits gespürt. Alle drei," fuhr sie fort. "Ihr hattet Träume, an die ihr euch nicht erinnern konntet, Farben in eurer Sicht, die nicht mit der Realität übereinstimmten.
Zeiten, in denen eure Kräfte sich ohne euer Zutun bewegten – oder gar nicht reagierten. Und jeder von euch hatte mindestens einen Moment, in dem sich etwas in eurer Brust anfühlte, als würde es gleich zerbrechen."
Es folgte eine längere Stille.
Dann gab Everly schließlich ein kleines Nicken.
"...Ja," sagte sie leise.
Evelyn sagte nichts, aber ihr Blick senkte sich für einen Moment.
Nyssara atmete einmal aus, kurz und kontrolliert. "Was ist es dann? Ein Fluch? Ein Fehler im Blut?"
"Nein," antwortete Thalynae ohne Pause. "Es ist Resonanz."
Sie drehte sich leicht und zeigte auf den Wald hinter ihr.
"Unter diesen Wäldern ist etwas vergraben. Etwas Uraltes. Älter als Astralis. Älter sogar als die Städte, die den Fall überlebt haben. Dorthin werden wir als Nächstes gehen."
Sie wandte sich wieder ihnen zu.
"Aber nur, wenn ihr euch entscheidet mitzukommen. Ich schleppe niemanden mit. Ich jage nicht hinterher. Ich unterbreite das Angebot. Wenn ihr echtes Wachstum wollt, wenn ihr verstehen wollt, was in euch erwacht, dann geht ihr vorwärts."
Für einen Moment bewegte sich niemand.
Dann machte Evelyn einen einfachen, stetigen Schritt.
Everly folgte. Einen halben Takt später.
Nyssara schaute beide an, seufzte durch die Nase und nickte. "Gut. Schauen wir mal, wohin das führt."
Thalynae lächelte nicht.
Aber etwas in ihren Augen wurde weicher.
Sie drehte sich wieder um, stieg vom Pavillon herab und ging auf die Bäume zu.
Der Wald bewegte sich.
Nicht sichtbar. Nicht mit Licht.
Aber ein Pfad erschien.
Eine Lücke zwischen den Stämmen, gerade und flach, die vor einer Sekunde noch nicht da gewesen war – kein magischer Kreis. Keine Welle. Es war jetzt einfach... offen.
Und sie folgten.
Keiner von ihnen sprach. Nicht, weil sie vereinbart hatten, still zu bleiben – sondern weil die Luft um sie herum sich anfühlte, als wüsste sie bereits, was sie dachten.





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