Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern-Chapter 383: Es ist überraschend, dich nach so vielen Jahren des Schweigens so aufgeregt zu sehen... Warum?
Der Sturm näherte sich nicht.
Er hatte bereits begonnen, und er breitete sich auf eine Weise aus, die kein sterbliches Auge noch messen konnte.
Weit entfernt von den stählernen Wänden des Büros des Direktors, an einem Ort, wo das Licht selbst nicht zu wandern schien, gab es eine andere Art von Stille.
Es war nicht die Stille der Ruhe, noch war es die Stille des Friedens.
Es war die Art, die nach zu viel Schreien folgte, nachdem Kehlen sich wund gerissen hatten, bis sie keinen Laut mehr hervorbringen konnten, nichts zurücklassend als die hohle Erinnerung, dass dort einst etwas gelebt hatte.
Hier saß der uralte böse Gott, eine alte Präsenz, die selbst die Erinnerung schwer festhalten konnte. Sein Thron war nicht von Menschenhand geschnitzt, noch hatten Anhänger ihn errichtet.
Es war eine zackige Spitze aus Knochen, zusammengeschmolzen aus längst vergessenen Kreaturen, für die keine menschliche Zunge je Namen gelernt hatte.
Der Thron pulsierte schwach mit seinem eigenen Herzschlag, dicke Adern verdorbenen Lichts krochen durch ihn wie Blut und speisten die darauf sitzende Gestalt.
Es war schwer zu sagen, ob der Thron für ihn gebaut worden war oder ob er aus ihm herausgewachsen war, denn die beiden schienen miteinander verbunden, untrennbar, als wäre der Thron selbst sein Fleisch.
Die Luft um ihn herum bog sich unter dem Gewicht seiner Aura. Der Himmel blutete schwarz, durchzogen von krankhaftem Rot, Licht verblutend wie Wunden, die niemals heilen würden.
Flüsse führten kein Wasser mehr; sie waren vor langer Zeit zu Asche geworden, träge und grau, sich wie flüssiger Knochen durch Risse im Land bewegend.
Wälder hatten hier seit Jahrhunderten nicht überlebt. An ihrer Stelle endlose Felder von spitzen Knochen und krummen Steinen, die auseinanderbrachen und wieder heilten, sich spalteten und neu formten in einem Zyklus ewigen Verfalls.
Zu seinen Füßen knieten Dutzende von Kultisten tief am Boden, ihre Körper fast flach gegen die Asche gepresst, ihre Gesichter verborgen, während sie chantierten.
Ihre Stimmen stiegen und fielen in gebrochenem Rhythmus, Silben, die nicht aus menschlicher Sprache geboren, sondern durch Jahre der Anbetung und des Wahnsinns in ihre Zungen gebrannt wurden.
Sie verstanden die Worte, die sie sprachen, nicht mehr; Verständnis war nicht erforderlich. Die Klänge selbst trugen Macht, und die Luft wurde mit jeder Runde des Gesangs dicker.
Die Gebete verwandelten sich in Rauch, einen dunklen Dunst, der sich nach oben kräuselte, den Thron suchte, bis er wie Atem in den Körper des Gottes gezogen wurde.
Er atmete langsam ein, als würde er es genießen, seine Brust hob und senkte sich mit bewusster Geduld.
Was sie anboten, war kein Leben, keine Stärke – es war Fäulnis, es war Verderben, es war alles, was Sterbliche fürchteten und wonach er sich sehnte.
Er lächelte nicht. Götter wie er lächelten nicht. Sein Hunger war nicht von der Art, die Ausdruck brauchte.
Aber das matte Glühen in seinen Augen schärfte sich leicht, als er den Rauch schluckte, ein kleines Aufflackern der Befriedigung, das nie lange anhielt.
Die Stille brach nicht mit einem Geräusch, sondern mit Abwesenheit. Am fernen Ende der Halle hörte die Luft nicht auf zu existieren – sie hörte einfach auf zu existieren.
Die Realität schälte sich zurück wie dünnes Papier, das von Stein abgezogen wurde, und hinterließ eine Lücke, die kein sterbliches Auge hätte sehen dürfen. Aus dieser Lücke trat eine weitere Gestalt. 𝘧𝓇𝑒𝑒𝑤ℯ𝑏𝓃𝘰𝑣ℯ𝘭.𝘤ℴ𝘮
Diese war nicht wie die auf dem Boden kriechenden Anbeter. Er war größer, schlank, scharf, sein Körper nicht in Stoff gekleidet, sondern in Schatten.
Sie legten sich über ihn wie lebende Klingen, überlappend, ständig in Bewegung, als wären sie lebendig und würden die Luft nach Blut abschmecken.
Er sah auf den ersten Blick fast menschlich aus, aber alles an ihm war verbogen, falsch auf eine Weise, die schwer zu benennen war, als wäre jeder Winkel seines Körpers leicht gegen die Logik geschnitten.
Seine Aura war nicht der Wahnsinn wie die von Valakar; es war kein Chaos. Es war Hunger – grausamer, geduldiger, endloser Hunger, der von ihm ausstrahlte wie Hitze von einem Feuer.
Die Kultisten, die dem Riss am nächsten waren, brachen zusammen, bevor sie überhaupt Zeit zum Schreien hatten. Ihre Stimmen verstummten mitten im Gesang, und der Rauch ihrer Gebete löste sich auf, zerfiel und wurde von der Leere verschlungen, durch die er geschritten war.
Der Gott auf dem Thron bewegte sich nicht. Er drehte einfach den Kopf, langsam und bedächtig, seine glühenden Augen beobachteten den Schattenhaften, der in die Halle trat.
"Valakar," sagte die Gestalt, seine Stimme scharf und hart, jede Silbe trug das Kratzen von Messern auf Stein.
"Drosirael," antwortete der uralte Gott, der Name zog sich wie Ketten, die aus der Erde gezogen wurden, durch den Raum.
Es war keine Begrüßung. Es war keine Wärme. Es war Anerkennung, und Anerkennung war genug. Sie waren zuvor Verbündete gewesen, obwohl Verbündete nicht ganz das richtige Wort war.
Sie waren Kräfte, die zusammengearbeitet hatten, wenn es ihnen passte, nicht durch Vertrauen oder Loyalität verbunden, sondern durch die Erinnerung an vor langer Zeit geteiltes Blut.
Drosirael ging vorwärts, jeder Schritt hinterließ dünne Schnitte im Steinboden, während die Klingen aus Schatten um ihn herum darüber kratzten.
Die Kultisten zitterten stärker, ihre Stimmen brachen, als ihre Gesänge stolperten, einige erstickten an ihren eigenen Gebeten.
Er sah sie nicht an. Er musste es nicht. Seine Augen blieben auf Valakar gerichtet, scharf und stetig, drückten in den Raum zwischen ihnen mit einem Gewicht wie ein Speer.
"Es ist so überraschend, dich so aufgeregt zu sehen," sagte Drosirael nach einer langen Pause. "Nach so vielen Jahren der Stille. Warum?"
Der Thron pulsierte unter Valakar, die Knochenadern leuchteten kurz schwach rot auf, bevor sie wieder verblassten.
Seine Stimme rollte tief, schwer, stetig. "Weil die Insekten wieder klettern. Die Menschen, dazu verdammt, für immer zu kriechen, haben Halt gefunden, wo keiner sein sollte.
Sie erheben sich, Drosirael. Sie erheben sich gegen den Fluch, den ich in ihre Knochen geblutet habe."
Drosirael lachte. Der Klang war nicht wild oder gebrochen – er war kalt, präzise, grausam. Sein Lachen war der Klang eines Messers, das über die Haut gezogen wird, kontrolliert genug, um zu bluten, ohne zu töten.
"Menschen. Immer an Krümeln kratzend, sich clever wähnend, weil sie einen Zoll höher reichen als zuvor.
Sie nennen es Mut. Ich nenne es Aufschub. Was fürchtest du? Dass sie hoch genug kratzen könnten, um deinen Thron zu sehen?"
Valakars Blick veränderte sich nicht. Seine Worte blieben flach, schwer. "Sie haben jetzt Beschützer – Sterbliche, die es wagen, aufrecht zu stehen. Einer von ihnen hat bereits mit mir gesprochen. Er wagt es, seine Stimme gegen meine Stille zu erheben."
Das schien Drosirael noch mehr zu amüsieren. Sein Mantel aus Schatten kräuselte sich, und die Klingen zischten leise, als teilten sie sein Lachen.
"Ein Sterblicher mit einer Stimme, die scharf genug ist, um dich zu erreichen? Das ist kühn. Oder sehr dumm. Beides gefällt mir."
"Sie sollten dir nicht gefallen," sagte Valakar. Seine Stimme war leise, ruhig, aber sie trug Eisen. "Sie tragen Gewicht, das sie nicht sollten.
Karma bindet uns davon ab, sie direkt zu berühren. Aber Sterbliche... Sterbliche sind Bauern, die wir formen können. Deine und meine. Es ist ein Spiel, das wir schon einmal gespielt haben. Wir können es wieder spielen."
Die Schatten, die sich um Drosirael kräuselten, erstarrten für einen Moment und zogen sich näher an seinen Körper, als er den Kopf neigte. "Und was bietest du?"
"Ernte," antwortete Valakar. "Ich breche ihren Boden. Ich verfluche ihre Wurzeln, damit sie verfaulen, bevor sie wachsen.
Du verstreust deine Klingen unter ihnen, sendest deine Gläubigen, jene, die deinen Namen noch in den Rissen der Erde flüstern.
Gemeinsam werden wir sie von innen aushöhlen. Und wenn die Ernte kommt, teilen wir das Festmahl."
Zum ersten Mal verschob sich der Mundwinkel von Drosirael leicht, das Nächste, was er zu einem Lächeln hatte. "Teilen? Du, Valakar, der einst selbst Asche als zu kostbar zum Teilen bezeichnete?"
"Verwechsle nicht Geduld mit Schwäche," sagte Valakar, sein Ton schärfer. "Die Ernte wird reichlich sein. Genug für uns beide."
Die Stille dehnte sich zwischen ihnen aus, schwer genug, dass selbst die Kultisten Angst zu haben schienen zu atmen.
Einer von ihnen, zu zitternd, um still zu bleiben, machte den Fehler, seinen Kopf zu heben. Nur eine kleine Bewegung. Gerade genug, um Drosiraels Auge zu fangen.
Drosirael hob nicht die Hand. Er sang nicht. Er zuckte nur mit den Fingern, und der Körper des Sterblichen zerplatzte wie verdorbene Frucht.
Blut spritzte nicht – es erblühte, entfaltete sich zu schwarzen Blumen, die sich beim Öffnen wanden. Ihre Blütenblätter tropften rot, dann zerfielen sie zu Asche, die sich über den Boden verteilte.
Die anderen Kultisten schrien, ihre Gebete zerfielen, ihre Stimmen brachen in rohen Terror.
Drosirael neigte seinen Kopf zurück und lachte wieder, diesmal schärfer, als ob ihre Angst selbst Musik wäre. "Sie singen gut," murmelte er, fast zu sich selbst. "Deine Spielzeuge tun das immer."
Valakar zuckte nicht zusammen. Er hatte Grausamkeit zu oft gesehen, um davon bewegt zu sein. "Wirst du deine Hand leihen oder nicht?"
Drosiraels Lachen erstarb langsam. Die Schatten drückten sich enger um ihn, kräuselten sich gegen seinen Körper, als wären sie begierig, etwas zu zerschneiden.
Seine Stimme kam sanft, nachdenklich. "Ja. Eine kleine Hand. Ein Test, vielleicht. Eine Probe dessen, was wir einst mit zahllosen Welten taten."
Valakar neigte seinen Kopf, nur einmal. "Dann bewegen sich die Figuren."
Die Kultisten fielen nach vorne, pressten ihre Gesichter in die Asche, ihre Schreie brachen wieder in verzweifelte Gebete. Rauch stieg von ihren Lippen auf und nährte den Gott auf dem Thron, während die Kammer mit rotem Licht pulsierte.
Zwei Götter standen in Stille. Keine Verbündeten. Keine Freunde. Nur zwei Kräfte, verbunden durch altes Blut und neuen Hunger.
Und außerhalb ihrer Halle, jenseits der Flüsse aus Asche und der Himmel, die ohne Ende bluteten, ergossen sich bereits die ersten Erschütterungen ihres Paktes in die Welt.
Der Sturm, den der Direktor auf seiner Karte gesehen hatte, war nicht der Anfang. Er war nur der Schatten.
Der wahre Anfang war hier, auf einem Thron aus Knochen und Schatten, wo zwei Götter entschieden hatten, wie viel von der Menschheit brennen würde.







