Incubus Leben in einer Welt von Superkraft-Nutzern-Chapter 273: Spezielles Protokoll ausgelöst... Administrator benachrichtigt (Goldenes Ticket 1/3)
Hallo zusammen,
Diese nächsten drei Kapitel sind die versprochenen Goldenes Ticket Bonuskapitel – entschuldigt die Verzögerung bei der Veröffentlichung!
Vielen Dank für eure Geduld und anhaltende Unterstützung.
– Autor
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Er spürte es.
Nicht nur ein Blick. Eine Verbindung.
Als hätte jemand leise durch den Lärm gegriffen und etwas in ihm berührt – nicht stark genug, um Panik auszulösen, aber gerade genug, um eine Spur zu hinterlassen.
Vertraut? Nicht ganz. Aber es war auch nicht unbekannt. Eher wie ein Wiedererkennen durch milchiges Glas betrachtet.
Everly lehnte sich leicht vor, die Arme verschränkt und mit einem halb amüsierten, halb neugierigen Gesichtsausdruck. "Eine Freundin von dir?", fragte sie, ihr Ton spielerisch, aber mit einem Hauch echten Interesses.
Ethan schüttelte den Kopf. "Nein. Ich glaube nicht."
Aber seine Stimme klang nicht überzeugt. Nicht für sie. Nicht einmal für ihn selbst.
Evelyn sagte nichts, aber sie musste auch nichts sagen. Sie beobachtete ihn und Ardis. Die leichte Neigung ihres Kopfes in Richtung Everly war subtil, aber sie sagte alles. Sie hatte es auch gesehen.
Ardis betrat den Ring mit dem Selbstvertrauen einer Person, die nichts beweisen musste. Ihre Bewegungen waren nicht auffällig oder einstudiert.
Sie waren fließend, kontrolliert und frei von allem Unnötigen. Der Raum um sie herum reagierte ohne Widerstand, als hätte der Raum selbst auf sie gewartet.
Kein Gesang, keine Handzeichen, nur Präsenz.
Sie hob eine Hand. Langsam. Bewusst.
Eine Glyphe flammte auf – saubere, violett-weiße Energie, die wie ein Rad aus kreisenden Lichtern rotierte.
Dann eine weitere.
Dann fünf mehr.
Und dann ein Dutzend, alle in geschichteten Ringen um sie herum wirbelnd, jede Glyphe perfekt auf die letzte abgestimmt.
Nicht nur Dekoration – Struktur. Logik. Jedes Teil speist das nächste wie ein Sonnensystem der Absicht.
Sensoren piepten im Raum, der sanfte Rhythmus klang wie ein Herzschlag, der mit ihrem synchronisiert war.
Draal nickte einmal, die Arme verschränkt, seine Stimme leise. "Sie ist nicht nur ausgebildet. Sie ist geformt. Ihre Aura entspricht der Orbitallogik. Das ist eine seltene Eigenschaft. Fast ausgestorben außerhalb von Reinblut-Zauberlinien."
Ethan bewegte sich nicht.
Aber innerlich?
Etwas verschob sich.
Keine Angst. Keine Ehrfurcht.
Resonanz.
Als ob ein Echo, das er vergessen hatte, noch in ihm zu sein, als Antwort erwacht wäre. Als ob etwas Schlafendes ein Auge geöffnet und gesagt hätte: Da.
Ardis beendete ohne großes Aufheben – kein auffälliges Finale. Kein Applaus. Sie senkte ihre Hand, absorbierte die kreisenden Runen und trat mit der gleichen Ruhe aus dem Kreis, mit der sie ihn betreten hatte.
Und dann – kurz vor der Tür – drehte sie sich um.
Ihre Blicke trafen sich.
Sie lächelte.
Nicht breit. Nicht neckend. Nur ein ruhiges, kurzes Verziehen der Lippen, das nichts forderte, aber dennoch sagte, dass sie ihn auch bemerkt hatte.
Dann war sie weg.
Die Tür schloss sich hinter ihr.
Ethan starrte einen Moment zu lange.
Everly hob eine Augenbraue und formte lautlos mit den Lippen: Na dann.
Evelyn runzelte nicht die Stirn. Blinzelte nicht. Aber ihr Gesichtsausdruck hatte sich verändert. Nicht zu Misstrauen – sondern zu Analyse.
Etwas in ihrem Blick sagte, dass sie mentale Teile neu anordnete und etwas Altes mit etwas Neuem verglich.
Ethan wusste nicht, was das war.
Wusste nicht, wer sie war.
Aber er wusste, dass die Welle in ihm nicht aufgehört hatte.
Und zum ersten Mal seit seiner Ankunft hatte er nicht das Gefühl, sie ignorieren zu wollen.
Nicht mehr.
—
Zurück im Wohnheim war die Atmosphäre an der Oberfläche entspannt, aber niemand sagte wirklich, was er dachte.
Ethan saß am Ecktisch und blätterte durch den Zeitplan für den nächsten Tag, das Display war gedämpft und flackerte leicht, während er die Namen überflog. Nichts Überraschendes. Aber auch nichts Einfaches.
Everly lag kopfüber auf der Couch, ihr Bein über die Rückenlehne geschlungen und ein schwacher Mana-Faden zwischen ihren Fingern baumelnd.
Sie wickelte ihn gedankenverloren auf, konzentrierte sich auf nichts, entspannte sich aber offensichtlich auch nicht.
Evelyn stand am Fenstergarten und goss eine der seltsamen Pflanzen, die die Schule bereitstellte – eine Art dunkelblauer Ranke mit gekräuselten Blättern, die bei der Berührung von Mana zitterten. Sie schaute nicht auf.
Sie hatten nichts über Ardis gesagt.
Nicht direkt.
Aber sie dachten alle noch an sie.
Ethan brach schließlich das Schweigen. "Ist sie eine Lehrerin?"
Evelyn antwortete, ohne sich umzudrehen. "Nicht offiziell gelistet."
Everly seufzte und ließ den Mana-Faden in der Luft verpuffen. "Aber eindeutig ausgebildet. Das war eine Orbital-Phase-Drei-Beschwörung. Sie hat nicht einmal gesprochen. Das ist lächerlich."
"Vielleicht eine Gastdozentin", sagte Evelyn ruhig. "Aber definitiv nicht durchschnittlich."
"Du auch nicht", erwiderte Everly und zeigte lässig mit einem Grinsen auf ihre Schwester. "Und du hast nicht einmal Applaus bekommen."
Ethan lehnte sich zurück und rieb sich den Nacken. "Je mehr ich hier sehe, desto weniger verstehe ich."
Evelyn drehte sich endlich von der Pflanze weg, ihr Ton gleichmäßig, aber leise. "Oder vielleicht beginnst du dich mehr zu erinnern."
Er antwortete nicht.
Aber die Stille sagte, dass er es gehört hatte.
—
Am nächsten Morgen klopfte sanfter Regen gegen die Fenster – nicht stark, nicht kalt – einfach stetig. Es fühlte sich an, als würde die Welt versuchen, alle ruhig zu halten.
Ethan zog sich langsam an, nicht weil er müde war, sondern weil dieses Summen in seiner Brust immer noch nicht aufgehört hatte.
Ihr erster Unterricht war im Ostflügel, unter einem der bioverbesserten Kuppelcluster. Die Art, die Mana-Muster basierend auf emotionaler Stabilität filterte.
Jedes Mal, wenn ein Schüler durch das geschnitzte Siegel über der Tür ging, schimmerte es.
GEN-KOMPATIBILITÄT UND BLUTLINIEN-MUTATIONEN
Allein der Titel machte die Hälfte der Klasse unruhig.
Drinnen waren die Wände glatt und blass, ohne sichtbare Lichtquelle – nur ein sanftes, kaltes Leuchten, das alles zu sauber wirken ließ. Nicht steril wie ein Krankenhaus, aber nahe dran.
Doktor Sayel stand vorne. Sie sah aus wie jemand, der mehr wusste, als sie zugab – und dem es egal war, ob jemand mithalten konnte. Ihr Laborkittel war halb zugeknöpft, ihr Haar zu einem lockeren Knoten gebunden, aber ihre Augen waren wach.
"Willkommen", sagte sie trocken. "Heute scannen wir euch. Blut, Aura, Absichtsresonanz und, falls nötig, Gedächtnisblutung.
Ihr müsst nicht wissen, was das letzte bedeutet, es sei denn, es passiert."
Nervöses Lachen folgte.
Sie lächelte nicht.
"Tretet vor, wenn ihr aufgerufen werdet. Lügt nicht. Das System weiß es."
Ethan war der Vierte.
Der Scan-Ring leuchtete mit sanften Impulsen um ihn herum auf. Kühl, nicht invasiv.
Name. Herzschlag. Absichtsgewicht. Mana-Signatur.
Dann fror das System ein.
Sayel neigte den Kopf. Tippte etwas. Wartete.
Pausierte wieder.
Ethan runzelte die Stirn. "Stimmt etwas nicht?"
Sie schaute nicht auf. "Es lehnt dich nicht ab."
"Das ist... gut?"
"Nein. Es kategorisiert dich auch nicht."
Der Bildschirm blinkte.
Nicht klassifiziert
Dann ertönte ein sanfter Ton. Roter Text scrollte über die Oberseite des Displays.
Spezielles Protokoll ausgelöst. Administrator benachrichtigt.
Sayel seufzte leise, ihr Ton unlesbar. "Setz dich einfach; jemand anderes wird später mit dir sprechen."







